REINOLD LOUIS

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Bläck Fööss

Von Geburtstagskind zu Geburtstagskind

Ihr 50 jähriges Jubiläum feiern die Bläck Fööss 2020. Meine Zusamenarbeit mit den Bläck Fööss begann1975, als wir uns bei der Produktion der Folge 2 der "Kölsche Evergreens" - Sang und Klang mit Willi Ostermann - zum erstenmal persönlich begegneten. Von da an kam es zu sehr vielen Begegnungen, nicht nur bei den Produktionen der jährlichen Folgen der "Kölsche Evergreens", sondern auch bei vielen anderen Gelegenheiten. Um Wiederholungen zu vermeiden verzichte ich an dieser Stelle auf eien Aufzähhlung unserer gemeisnamen Aktivitäten.
Über den Geburtstagsglückwunsch der Bläck Fööss, auf deren WebSite veröffentlicht, freue ich mich sehr und ich lasse Sie gerne mitlesen, was der Verfasser, Hartmut Priess, geschrieben hat:

Wir gratulieren Reinold Louis zum 80. Geburtstag

Seit Anfang der siebziger Jahre arbeiten wir, wenn es um historische Lieder geht, mit Reinold Louis zusammen. Als Leiter der Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln veröffentlichte er seit 1973 jährlich die "Kölsche Evergreens", eine Sammlung historischer Lieder aus Köln. Jedes Jahr erschien ein neues Album, entweder mit Originalaufnahmen oder Neufassungen alter Lieder. Das erste Album, nur aus Originalaufnahmen bestehend, hörten wir im "Bimbo", einer kleinen Kneipe gegenüber vom Gürzenich, bis 26, 27, manchmal bis 28:00 Uhr. Wir konnten von der "Mösch", vom "Arnöldche" oder von "Es dat dann nix Marie?" einfach nicht genug bekommen. Und Wirtin Roswitha war raffiniert genug, uns die Lieder immer wieder vorzuspielen und den Rest der gemütlich besetzten Theke ruhigzustellen, dass uns auch kein Wort oder kein Ton verlorenging.

King Size Dick, der uns damals durch die Sessionen gefahren hat, konnte schon nach ein paar Nächten die "Mösch" auswendig. Nur mit dem scharf gesprochenen "R" von Willi hatte er anfangs noch Schwierigkeiten. Wir versprachen ihm für jede gelungenen Aussprache einen "Persico", den er für sein Leben gern getrunken hat. Seit diesen Tagen gibt es in Köln keinen Sänger, der es wie Dick versteht, die Stimme Ostermanns auf die Bühne zu bringen. (Aber auch keinen, der so viel "Persico" verträgt)

Unser Interesse war geweckt, alte Lieder wurden zum beliebten Teil unserer Konzertprogramme und es war kein Wunder, dass wir dabei waren, als Reinold Louis uns bat, die kommenden Evergreens-Aufnahmen mit Solo- oder Chorgesang zu begleiten.

Reinold Louis wurde zu unserem Gesprächspartner und Berater, als wir begannen, eigene Lieder zur Stadtgeschichte aufzunehmen.

1976 und 1977 spielten wir für die Folkmusic-Redaktion des WDR 2 Matinee-Livekonzerte im Großen Sendesaal, einer Bühne, auf der sich sonst Weltmusikgruppen die Klinke in die Hand gaben. Unsere Aufgabe war es klarzustellen, dass Kölner Musik mehr als das übliche "WeinWeibundGesang" war, das normalerweise über die Sender zu hören war. Reinold unterstützte uns bei der Materialsammlung, die uns auch sehr viel Spaß machte.
1986 standen die Feiern zum 50. Todestag Willi Ostermanns an. Dieter Hens, im WDR sonst für Videoexperimente und Jazz zuständig, drehte mit uns die Ostermanndokumentation, die zusammen mit einer LP der Milieulieder veröffentlicht wurde.
Reinold hat die Aufnahmen nach Kräften unterstützt. Der Film ist im Lauf der Jahre öfter als 25 mal gesendet worden.

Als die 700-Jahrfeier der Stadtfreiheit 1988 anstand, hatten wir genug Lieder für ein Doppelalbum gesammelt. Reinold hat uns mit viel Begeisterung bei der Materialsammlung und Dokumentation für das Projekt unterstützt. Unter dem Namen "Was habst Du in die Sack?" wurde das reich dokumentierte Doppelalbum veröffentlicht und noch im gleichen Jahr auf einem Konzert zum Hansetag vor 5000 Zuschauern auf dem Roncalliplatz gespielt.

1991 drohte wegen des Golfkriegs der Karneval abgesagt zu werden. In der Kölner Lokalpresse wurde kontrovers diskutiert, ob der Sitzungskarneval erlaubt werden sollte oder nicht. Die Stunksitzung führte ihre Programme durch, während der Sitzungskarneval für seine Veranstaltungen heftig angegriffen wurde. Die Stadtgesellschaft war gespalten, obwohl die Karnevalsumzüge schon längst abgesagt waren. Wir hatten Kontakt mit den Kölner Tanzgruppen, die auf der Straße immer wieder beschimpft wurden, wenn sie zu den Auftritten fuhren.

In dieser Situation suchten wir das Gespräch mit dem Express-Chefredakteur Kurt Röttgen und erklärten ihm, dass die wochenlange Berichterstattung den Kölner Bürgern nicht gerecht wurde. Gemeinsam mit Jürgen Becker (Stunksitzung), Wolfgang Oelsner (Karnevalsphilosoph und Therapeut) und Reinold Louis erklärten wir ihm, wie in der Nachkriegszeit der bescheidenste und ärmliche Karneval mit seinen Feiern und Liedern geholfen hat, Mut und Kraft für den Wiederaufbau zu finden. (Eine ähnliche Stimmung zeigt sich in diesen Tagen , wenn in den Veedeln die Kölschen aus den Fenstern und von Balkonen kölsche Lieder singen und sich gegenseitig helfen) Der Express veröffentlichte dann, dass auf der Straße und auf den Plätzen ruhig gefeiert werden sollte, aber nicht mit großen Konzerten oder Menschenmengen.

Reinold Louis und Jürgen Becker mit Didi Jünnemann von der Stunksitzung waren dabei, als wir mit den Paveiern eine gute Stunde vor 500 bis 1000 Kölschen ohne Mikrophone und Verstärker Kölsche Lieder zur Situation gesungen haben. Eine Stimmung, wie in den Jahren der Nachkriegszeit, die für einen Augenblick die Stadtgesellschaft mit sich versöhnte.

1995 wollten wir dann endlich die Sammlung der Nachkriegslieder aus den Jahren 1945 bis 1955, also vom letzten Schuss 1945 bis zum 3:2 von Helmut Rahn in Bern veröffentlichen. Aus seinem Fundus hatte uns Reinold einen Ordner mit ungefähr 60 Liedern angeboten. Die Liedauswahl hat er uns weitgehend überlassen, aber natürlich haben uns seine Anregungen geholfen und auf Lieder gebracht, die wir allein nicht gefunden hätten. Unter dem Titel "Usjebomb" haben wir während der Sitzungswochen das Doppelalbum mit seiner Unterstützung aufgenommen. Mit diesen Liedern haben wir dann im Mai 1995 mit einem Konzert auf dem Altermarkt die Fertigstellung der Rathausfiguren des Rathausturms gefeiert, auch ein Symbol für den Wiederaufbau der Stadt. Reinold hat das Freikonzert mit der Kölnischen Rundschau organisiert, das erste Konzert in der neuen Besetzung mit Kafi Biermann. Einen besseren Einstand konnte Kafi sich nicht wünschen.

Fast zeitgleich nahmen wir dann, gefördert von Reinold mit dem WDR die Fernsehshow " Usjebomb" unter der Regie von Dieter Hens auf. Reinold hat die Produktion nicht nur unterstützt, sondern auch mit Dieter Hens das Drehbuch geschrieben und die Sendung moderiert. Auf Wunsch des Publikums wurde sie eine kurze Zeit später noch einmal wiederholt.

Das Jahr 1997 sollte zu einem Höhepunkt in unserer Zusammenarbeit und gegenseitigen Wertschätzung werden. Nach 1948 stand 1998 das zweite Domfest und mit ihm die 750-Jahrfeier des Dombaus an. Reinold hatte Express, Kölnische Rundschau und Stadtanzeiger als Unterstützer geworben, der WDR übertrug das Freikonzert mit Hörfunk und Fernsehen. Wir durften das Programm gestalten, wobei uns Gespräche mit Reinold halfen. Als Kind hatte er das Domfest 1948 im zerstörten Köln miterlebt und uns erzählt, dass zum ersten Mal nach dem Krieg Delegationen der Nachbarländer, die Deutschland im Krieg überfallen hatte, wieder Köln und damit Deutschland zu einer gemeinsamen Feier besucht hatten. Auf unseren Wunsch sollte von der Feier 1998 der Wunsch nach Verständigung mit den jüdischen, moslemischen und christlichen Religionen, die sich in Europa und der Welt jahrhundertelang bekämpft hatten, nach außen getragen werden. Auf dem Roncalliplatz wurden 3 Bühnen aufgebaut, um vor unserem Auftritt Musikgruppen aus dem moslemischen und jüdischen Kulturkreis Platz für ihre Programme zu bieten. Unser Programm, eine Zeitreise durch die 750 Jahre, wurde vom Kölner Jugendchor St. Stephan, der "Schälsick Brassband" und dem Renaissance-Ensemble "Odecathon" unterstützt. Außerdem traten Opernsängerin Helga Raunik, King Size Dick und die Steinmetze der Dombauhütte auf. Für die gut 25000 Zuschauer ist dieser Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden.

Im Jahr 2005, 60 Jahre nach Kriegsende, spielten wir im Gürzenich 2 Tage das Usjebomb-Programm, jeweils ein fast dreistündiges Liveprogramm, das vom WDR aufgezeichnet wurde. Reinold Louis unterstütze uns mit der Moderation, sodass wir uns auf unsere Noten und Texte konzentrieren konnten. Die schwere Nachkriegszeit, die wir noch alle mehr oder weniger miterlebt hatten, lebte im Konzertsaal noch einmal auf. Wir kannten den Saal nur als Karnevals- oder Partybühne, aber erst die Konzertbestuhlung half, den Texten von Berbuer, Schlösser / Jussenhoven oder Jupp Schmitz die nötige Aufmerksamkeit zu gewährleisten. Zeitzeugen wie Hans Hachenberg, ("Doof Nuss"), Aggie Herr und andere berichteten von der zerstörten Stadt, Kriegsgefangenschaft und Heimkehr.
Andreas Wegener, zufällig nach Willy Schnitzlers krankheitsbedingtem Ausscheiden mit der musikalischen Leitung der Gruppe betraut, feierte eine eindrucksvolle Premiere im Gürzenich und war mit seiner Sicherheit am Flügel in diesen Tagen unser unverzichtbarer Rückhalt.
Der Schulchor der Hauptschule Großer Griechenmarkt erweiterte das Generationenbild des Programms und ließ die Älteren im Publikum die Tage ihrer eigenen Kindheit in der zerstörten Stadt nacherleben.

Unsere guten Erfahrungen mit der Konzertatmosphäre im Gürzenich brachte uns auf die Idee, auch in der Karnevalssession nach Möglichkeiten zu suchen, abseits von Partystimmung in den Sälen ruhige Sitzungsformate auszuprobieren, in denen auch andere Lieder gesungen werden konnten. Wolfgang Kestermann, Sitzungspräsident der Kölner Narrengilde, Reinold Louis und Wolfgang Oelsner unterstützten unsere Idee, und so organisierten sie die erste "Flüstersitzung" in der Flora, der dann in den kommenden Jahren noch 10 weitere folgen sollten. Die Sitzungen hatten keinen kommerziellen Charakter, der Erlös wurde gespendet. Andere Lieder, kölsche Büttenredner, leise Orchestermusik, Tanzgruppen, - da wurden die Gesellschaften aufmerksam und begannen derartige Sitzungen in ihre Programme einzureihen. Heute bietet fast jede große Gesellschaft Kölns eine derartige Sitzung an.